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Christiane Waschkies Immobilien - Interview

Interview:

„Als Maklerin bin ich auch Träumerin“

Maklerin Christiane Waschkies macht ihren Beruf aus voller Leidenschaft. Im Interview mit Autor Franck Winnig lernen Sie die Maklerin mit Herz ein wenig besser kennen.

WANN GENAU WURDE DIE LEIDENSCHAFT FÜR IMMOBILIEN GEBOREN?

Ich war 12 und stand vor einem wunderschönen Haus. Es war Liebe auf den ersten Blick! Es hatte einfach alles, was ich mir als junges Mädel erträumte: Leuchtend weiß mit schwarzen Ziegeln, die sich in der Sonne spiegelten. Sprossenfenster und drei Gauben im Dach. Vor dem Haus einen Hof mit Kopfsteinpflaster, rechts eine Bank, um die zwei Kinder Fangen spielten. Ich wusste es: So ein Haus möchte ich eines Tages auch einmal mein Eigen nennen!

ERKLÄREN SIE BITTE EINMAL DEN BEGRIFF EIGENHEIM!

Ich glaube, der Besitz eines eigenen Hauses oder einer Wohnung bedeutet mehr als nur „haben“. Für viele ist es der Inbegriff von Geborgenheit und von Wärme und von Angekommensein. Ich kenne natürlich auch Kapitalanleger: Ihnen ist die Rendite wichtig. Aber manch einer hat auch gleichzeitig höhere Ansprüche an sich als Vermieter!

NICHT UMSONST HEISST ES: EIGENTUM VERPFLICHTET…

Dieser Satz basiert auf der Sozialbindung des Eigentums, einem rechts- und sozialphilosophischen Grundsatz in Deutschland. In Artikel 14 Absatz 2 des Grundgesetzes lautet der entsprechende Passus: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. So sind Immobilienbesitzer verpflichtet, ihr Eigentum instand zu halten und nicht verkommen zu lassen, Mieten sollten dem Einkommen der Bevölkerung angepasst sein.

UND WAS HEISST ES FÜR SIE, IN EINEM EIGENEN HAUS ODER EINER EIGENEN WOHNUNG ZU WOHNEN UND ZU LEBEN?

Mir bedeutet es „sich seiner sicher sein“. Man weiß, wo man hingehört, und damit oft auch: wo man hin will.

SIND SIE ALS MAKLERIN AUCH EIN STÜCK WEIT PHILOSOPHIN?

(lacht) Nein, so weit geht es doch nicht! Aber als gute Maklerin bin ich auch ein klein wenig Träumer. Wenn ich das erste Mal ein Haus oder eine Wohnung betrete, für die ich neue Eigentümer finden soll, dann versuche ich, mir vorzustellen, wie diese dann hier leben … was sie in ihrer Freizeit tun, ob sie Rennrad fahren oder auf den Crosstrainer gehen … was sie am Abend mit den Kindern kochen vielleicht … oder welches Restaurant und welches Café sie am Wochenende besuchen. Da malt man ein Bild in Gedanken.

NENNT MAN DAS NICHT „ZIELGRUPPEN-ANALYSE“?

Als gute Maklerin bin ich auch Marketingfachfrau und muss mir Gedanken über die Zielgruppe machen. Jedes Haus, jede Wohnung hat genau einen perfekten Käufer – und den will ich finden. Das beruht auf Erfahrung, ist ein wenig Bauchgefühl und gute Recherche!

UND WENN DIE ZIELGRUPPE MAL NICHT ANBEISST?

Manchmal muss man ein Haus auch in Gedanken „umbauen“, in ihm neue Möglichkeiten finden, wie ich es anderen Zielgruppen schmackhaft machen kann. Immobilienpositionierung nennt man das.

WER BRAUCHT SIE ALS MAKLERIN?

Ich will meinen Kunden Sicherheit geben. Es scheint ja so einfach, eine Immobilie zu verkaufen, eine Anzeige im Internet, ein paar Anrufe, dann Besichtigungen … fertig. Aber es geht hier auch um hohe Summen. Man muss vieles bedenken. Kleine Fehler können teuer werden. Ich bringe die richtigen Menschen zusammen. Es ist oft nicht nur die höchste Kaufsumme, die einen Interessenten zum Käufer macht: Es gibt so viele kleine Zwischentöne, auf die ich hören muss. Zuhören ist das A und O meiner täglichen Arbeit. Es geht um mehr als nur die Bausubstanz, um mehr als nur vier Wände, es geht auch um Gefühle, es geht um Ängste und um Hoffnungen. Das macht meinen Beruf so menschlich. Und so persönlich!